• @Nika

Immer wieder Katzen

Mal abgesehen davon, dass wir im Moment recht süße Katzenbabys im Haus haben, komme ich auch inhaltlich in letzter Zeit immer mal wieder auf das Thema Katzen. Vor einiger Zeit sprach mich eine inzwischen ehemalige Kollegin auf meine journalistische Zukunft an.

Damals war ich noch mitten im Fernstudium und wusste wenig über den Alltag von Journalisten. In Kairo könne ich als Journalistin nicht arbeiten, war damals noch meine etwas naive Vorstellung vom Journalismusalltag, geprägt von Korrespondenten namhafter Rundfunkanstalten und Printmedien. Über Online-Journalismus und Content wusste ich damals wenig, doch das hat sich geändert. Immerhin wurden meine im Sommer geschriebenen Ratgeber inzwischen auf den Seiten der österreichischen Kronenzeitung veröffentlicht. Die Kronenzeitung, bekannt als die österreichische Bildzeitung, hat pro Ausgabe rund 2 Millionen Leser und ist auch online in Österreich führend. Wie viele dieser Leser sich jetzt für Yogamatten und Co interessieren, weiß ich allerdings nicht, aber es ist ein Anfang für bezahlte redaktionelle Arbeit.


Mein Blog und meine Facebookseite bewegen sich immer noch im Family & Friends Umfeld, denn ich habe mir noch keine Mühe gemacht, meinen Blog zu bewerben und neue Leser zu gewinnen. Gleiches gilt für mein Buch. Wenn ich dann sehe, dass Katzenvideos 'zigtausend Clicks erhalten, seufze ich schon mal laut. Dabei vergesse ich ganz gerne, dass diese 'zigtausend Follower und Clicks nicht von alleine kommen. Und dass auch nicht jeder damit reich wird.

Wie all Ihre finanziellen Sorgen sich mit Katzenvideos in Luft auflösen

So und so ähnlich lauten Titel von Internetseiten, die bei der Google-Suche des Stichworts "Katzenvideo, Zahlen" auf der ersten Seite erscheinen, die dann gleich eine passende Anleitung mitliefern, wie man mit Katzenvideos reich werden könne. Mit der technischen Anleitung ist es aber nicht getan. Klar, Katzenvideos erreichen eine größere Zielgruppe als Kolumnen, recherchierte Artikel, Features und Reportagen. Das Kindchenschema der Katzengesichter weckt Emotionen, und das Anschauen von Katzenvideos erfordert keine besondere Intelligenz und soll entspannen. Die Zielgruppe ist also riesig und mangels Sprachbarriere gleich weltweit.


Allerdings steckt beispielsweise hinter der Marke Grumpy-Cat harte Marketing und PR-Arbeit. Cat-Content, wie Online-Inhalte zum Thema Katzen inzwischen heißen, vermarktet sich auch nicht von alleine. Zudem sich Cat-Content ohne jegliche Ausbildung, Recherche und Hintergrundwissen erstellen lässt und das Angebot inzwischen unüberschaubar ist. Für die Vermarktung benötigt man demnach SEO-Kenntnisse, so dass die Videos einen richtigen Titel und eine schlagwortträchtige Beschreibung bekommen, um in der Vielzahl der Youtube-Videos dann auch gefunden zu werden. Beliebte Suchwörter in den Text mit einzubauen, die eigentlich nichts mit dem Thema zu tun haben, beispielsweise "Michael Jackson", ist nur einer von altbekannten Tricks, mit dem Suchalgorithmen überlistet werden sollen. Hat man dann erstmal einige hunderttausend Abonnenten, dann kann ein Katzenvideo auch schon mal mehrere Millionen Clicks erhalten, die Werbeprovisionen liegen dann im fünf- bis sechsstelligen Bereich. Bis dahin ist es jedoch ein zeitintensiver Marketingweg.


Auf Youtube gibt es laut Angaben von Statista 2 Mrd. aktive Nutzer, die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer von Youtube liegt bei 12 Minuten. Youtube ist nach Google die zweitgrößte Suchmaschine. Betrachtet man allerdings die Youtube-Content-Statistik, dann findet man dort erstaunlicherweise keine Katzenvideos.


Youtube wird vor allem für Musikvideos genutzt, Zielgruppe sind hier die 18- bis 49-Jährigen (zu diesem Thema in der nächsten Woche mehr). Die zweit häufigste Youtube-Anfrage ist die Suche nach "how-to"-Videos, also Anleitungen. Lehrer Schmidt ist ein beliebter Helfer für beispielsweise Mathehausaufgaben, eigentlich aber kann man fast alles auf Youtube abgucken. Vielleicht sollte ich mein Glück mal versuchen mit einem "wie-impfe-ich-meine-Katze-unfallfrei"-Musikvideo? Dann habe ich how-to, Musikvideo und Katze in einem Produkt abgedeckt und könnte die ganze Welt damit erreichen.


Allerdings sind weltweit beliebte Musikvideos qualitativer Content. Und auch ich habe mich entschieden, meine Zeit nicht mit Katzenvideos zu verdaddeln, sondern auch weiterhin auf Inhalte zu setzen. Und diese vielleicht dann doch auch mal zu vermarkten. Daher nahm ich dann mein Buch zur Hand, um die QR-Codes zu aktualisieren und fing an, in meinem eigenen Buch zu lesen. Der damalige Blogbeitrag, der aufgrund der Nachfrage meiner Kollegin zum Thema journalistische Zukunft entstand, hatte den Titel "Katzen, Katzen sind ok". Denn Katzenbilder und -videos sind weltweit als Videoinhalt akzeptiert. Daher schrieb ich eine Katzengeschichte über Simba, die natürlich nur vordergründig mit einer Katze zu tun hatte. Umso spannender war nun eine Nachricht die ich erhielt, die genau das von mir damals schon vorhergesagte Ende der Katzengeschichte bestätigte. Katzengeschichte "Simba wollte ein Löwe sein" beendet. Jedenfalls bald. Ich musste schmunzeln. Und nur Insider wissen, warum. Zur Entspannung nach all der Aufregung für alle Betroffenen gibt es dann jetzt ausnahmsweise doch noch ein Katzenvideo von meiner damals kleinen Mayla. Oooohhh wie süß...



© 2020 Monika Bremer